Reader zum 1. Mai 2017

Und weil es gute alte Tradition ist und hübsch aussieht, haben wir alle Aufrufe der organisierenden Gruppen auch dieses Jahr wieder in einen übersichtlichen und praktischen Reader zusammengestellt.

Viel Spaß beim Lesen…

readermai2017

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Aufruf der Anarchistisch-Syndikalistischen Jugend zum 01. Mai 2017

Heraus zur libertären 1. Mai-Demo um 14:00 Uhr am Kaiserplatz! Ab etwa 16:00 Uhr Straßenfest auf dem Frankenbadplatz.

Wir erleben im Moment einen gesellschaftlichen Roll-Back. Rechte aller Couleur haben Zulauf und wähnen sich zu Recht im Aufwind. In fast allen europäischen Staaten konnten rechte Parteien starke Zuwächse verzeichnen und haben in manchen Ländern sogar Perspektiven, die Macht zu übernehmen. Gleichzeitig nehmen rassistische, antisemitische, sowie homo- und transfeindliche Angriffe stark zu, während die deutschen Asylgesetze so weit verschärft wurden, dass von einem „Recht auf Asyl“ nur noch die größte Zyniker*in sprechen kann.

Dem entsprechend hat der radikale Islam weiterhin starken Zustrom, auch wenn sich der selbst ernannte „Islamische Staat“ inzwischen in der Defensive befindet. Die öffentlichkeitswirksame „Sharia-Polizei“, sowie die „Lies“-Stände waren hierzulande nur die offensichtlichsten Ausprägungen dieser Ideologie. Unterdessen mutiert in den USA ausgerechnet der Hidjab zu einem feministischen Symbol.

So erfreuen sich inzwischen auch autoritäre Identitätspolitiken im antirassistischen und queeren Spektrum immer größerer Beliebtheit, deren Vertreter*innen jede ihnen nicht genehme Stimme zum Schweigen zu bringen versuchen; einen Anspruch an ökonomische Analysen patriarchaler Verhältnisse haben sie nur noch in Einzelfällen. Das Bewusstsein für die gesellschaftliche Vermittlung eben jener Identitäten geht darüber verloren, wodurch auch die Verlagerung ehemals staatlicher Kontrollmechanismen ins Individuum völlig aus dem Blick gerät. Wenn alle ihres eigenen Glückes Schmied sind, gehen kollektive und solidarische Perspektiven verloren.

Unterdessen hat mensch sich an die autoritären Linken, die immer noch in (schon damals weltfremden) Feindbildern des Kalten Krieges hängen geblieben sind und für die Israel und die USA dem großen Satan entsprechen, traurigerweise schon längst gewöhnt.

Arbeitsgesetze, die in Deutschland schon seit Jahren Realität sind, veranlassen Menschen aller gesellschaftlichen Positionen in Frankreich Molotow-Cocktails auf Polizist*innen zu schmeißen noch bevor sie verabschiedet werden. Währenddessen erliegen Menschen in Deutschland immer mehr ihrem Arbeitsfetisch und eine Perspektive zur Verbeserung der eigenen Situation wird gar nicht mehr in Betracht gezogen oder geht im liberalen Gewerkschaftssumpf und chauvinistischen Ressentiments unter.

Bei all dem scheinen wir momentan nicht viel mehr tun zu können, als gewonnene Freiheiten zu verteidigen und alles zu tun, damit diese Gesellschaft nicht noch schlimmer wird. Trotzdem ist es gerade in solchen Zeiten wichtig, eine Alternative aufzuzeigen: Das Ideal einer Gesellschaft, in der jeder Mensch sich nach seiner Façon selbst entfalten und glücklich werden kann, in der der Kapitalismus überwunden und eine Wirtschaft eingerichtet wurde, die zum Ziel hat, die Bedürfnisse der Menschen so gut es geht zu befriedigen. Eine Gesellschaft, in der Antisemitismus, Sexismus, Rassismus, Homo- und Transphobie, sowie jede andere Art von Chauvinismus ausgerottet wurden, in der es kein Patriarchat mehr gibt und es unerheblich ist, welches Geschlecht, sexuelle Orientierung, Hautfarbe oder Herkunft ein Mensch hat.

Mag der erste Mai inzwischen zum Ritual verkommen sein, so symbolisiert sein Ursprung eben doch die Sehnsucht nach einer Gesellschaft, in der die Freiheit des Menschen das oberste Ideal darstellt! Während im 19. Jahrhundert der Acht-Stunden-Tag und tarifliche Bezahlung erkämpft wurden, muss heute ein neuer Ansatz für solche Kämpfe gefunden werden. Dabei muss reproduktive Arbeit (ob unbezahlt oder nicht), ebenso wie patriarchale und rassistische Ausbeutung und Gewalt mitgedacht und sich nicht nur auf produktive Lohnarbeit versteift werden.

Wir müssen neue Aktionsformen für neue und alte Arbeitskämpfe finden. Wir müssen uns und unseren Alltag solidarisch und selbstbestimmt organisieren und dabei all jene Ausgebeuteten, Unterdrückten, Lohnabhängigen einbeziehen.

Denn die Befreiung aller Menschen kann nur das Werk aller Menschen sein!

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Heraus zum libertären 1. Mai 2016 – Gegen Arbeit, Kapital, Staat & Patriarchat!

1mai2016
Wie in den vergangenen Jahren rufen wir zur libertären 1. Mai Demo in Bonn.

1. Mai : 14 Uhr : Kaiserplatz
Anschließend Straßenfest am Frankenbad (ab ca. 16 Uhr)

Unser Aufruf

Seit über hundert Jahren ist der 1. Mai der Kampftag der Arbeiter_innen-bewegung – er war der Tag der Menschen, die endlich ein schönere Leben für alle durchsetzen wollten und die nicht mehr hinnehmen wollten, dass sie im Kapitalismus zwar die Arbeit verrichteten und den Reichtum der Gesellschaften produzierten, und gleichzeitig zu einem Leben in Armut gezwungen wurden.

Immer noch der selbe Mist…

Trotz der Errungenschaften, die Arbeiter_innen seit Beginn der Industrialisierung erkämpft haben, hat sich an den grundlegenden Prinzipien dieser Gesellschaft, die dem Kapitalismus schlicht innewohnen, weltweit nichts geändert. Noch immer ist die Gesellschaft so eingerichtet, dass die große Zahl der Menschen ihre Arbeitskraft verkaufen muss, um zu überleben – ein denkbar unsicheres Unterfangen, das selbst bei Erfolg die Arbeitenden nur an einem aberwitzigen Bruchteil des produzierten Reichtums teilhaben lasst. Den zahlreichen Arbeitslosen sind die Möglichkeiten genommen, ihren Lebensunterhalt abseits der Lohnarbeit zu bestreiten. Sie bekommen die Auswirkungen der Arbeitsgeselischaft am härtesten zu spüren.

Noch immer kommen die, die in dieser Gesellschaft die Arbeit verrichten deutlich schlechter weg als die, die die Arbeitenden herumkommandieren und sie arbeiten lassen. Noch immer stehlen die langen Arbeitszeiten den Menschen den Großteil ihrer Freizeit, die außerdem selbst immer mehr vom
Terror des alltäglichen Schuftens geprägt ist. Noch immer wollen die Löhne nicht für mehr reichen als für die Reproduktion und ein paar Kleinigkeiten, obwohl die Produktivität der Arbeit und die produzierten Waren Jahr für Jahr neue Höhen erreichen. Der objektive Reichtum der menschlichen Gesellschaften steigt zwar immer weiter ins schier Unermessliche, doch die kapitalistische Selbstverständlichkeit, dass bittere Armut und volle Ladenregale sich nicht ausschließen, steht so felsenfest wie eh und je.

Durch gesellschaftliche Herrschaftsverhältnisse über den Kapitalismus hinaus erhalten Männer und weiße Menschen in den gleichen Jobs mehr Geld oder gelangen allgemein in besser bezahlte Berufe als Frauen sowie Betroffene von rassistischen Zuschreibungen. Zusätzlich zur allgemeinen Belastung der Erwerbsarbeit wird Frauen durch durch patriarchale Rollenverteilung die unentlohnte Reproduktionsarbeit (Haushalt, Pflege, Kommunikation etc.) aufgezwungen.

Während die politische Rechte die immer krisenhaftere Situation der kapitalistischen Ökonomie nutzt, um ohnehin weit verbreiteten Rassismus, Antisemitismus und Ressentiments gegen andere Minderheiten weiter zu schüren, wissen wir, dass die Befreiung von diesen Zuständen nur darin bestehen kann, die gesamten Verhältnisse zum Tanzen zu bringen. Wir brauchen ganz sicher keine neuen FÜhrer_innen oder Hetze gegen Marginalisierte. Stattdessen muss sich das Bewusstsein der Menschen verändern, damit den falschen Verhältnissen insgesamt der Kampf angesagt werden kann und wir unser Leben selbst in die Hände nehmen können.

Die zahllosen Widersprüche in dieser Gesellschaft mögen ideologisch gut verkleistert und verborgen sein, und dennoch werden sie nirgendwo so stark deutlich wie in der alltäglichen Gewalt des Staates. Von den Bürger_innen als selbstverständlich empfunden, ist diese Gewalt tatsächlich Ausdruck davon, was Tag für Tag nötig ist, um diese Gesellschaft am Laufen zu halten.

1. Mai

Kommt am Sonntag zum Kaiserplatz!

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…weiter geht’s…

demo

Nach dem gelungenen 1. Mai 2015 stellen wir jetzt nach und nach die Reden online.
–  Beitrag der Tierrechtsgruppe Bonn
–  Rede von Ende Gelände (siehe auch: Klimacamp im Rheinland 2015)
–  … mehr folgen …

gaartikel

 

Hier noch ein kleiner Zeitungsartikel aus dem GA (mit halbherziger Recherche, was die beteiligten Gruppen angeht) und eine Impression vom Fest am Frankenbad.

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Los jetzt hier!

{ 1. Mai 2015 in Bonn }

Aufrufe jetzt online!

aufruf titel

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plakat 15 v5

flyer back 15

 

Zum Download / Vergrößern auf die Grafiken klicken.

Wollt ihr Flyer / Plakate? Meldet auch bei asjbonn{ät}riseup.net

Außerdem gibt es auch dieses Jahr wieder eine Broschüre mit gesammelten Texten aus dem Libertären Forum. Solange der Vorrat reicht verteilen wir sie vor dem 1. Mai, auf der Demo und auf dem Straßenfest – wie immer für lau!

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Coming soon…

Der libertäre 1. Mai 2015 in Bonn!

 

Weitere Infos folgen.

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1.5.14 – Fotos und Bericht


mehr Fotos von molofoto
– Fotos von Jo Hempel Photography

. . . Um kurz nach drei setzte sich die Demonstration in Bewegung. Laut und kämpferisch ging es durch die gut belebte Innenstadt. Auf dem Münsterplatz ging die Demonstration durch einen Markt. Hier wurden Flyer verteilt und Parolen wie, „Lohnarbeit macht krank, Lohnarbeit macht dumm, für Deutschland keinen Finger krumm!“ gerufen. Im Anschluss zog die Demo weiter durch die Innenstadt, vorbei an gut gefüllten Cafes.

Weiterhin wurden beständig Parolen gerufen und Flyer verteilt. Am Rande der Demonstration konnte man immer wieder beobachten wie Demonstrierende mit PassantInnen diskutierten. . . .

Den ganzen Bericht lesen.

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1. Mai 2014

Übersicht zum Libertären 1. Mai 2014 Bonn

Demonstration:
14 Uhr am Kaiserplatz
Straßenfest:
16 Uhr am Frankenbadplatz

Aufrufe beteiligter Gruppen
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Freie Arbeiterinnen- & Arbeiter-Union: Mehr als nur Gewerkschaft!

selbstorganisiert
Bei uns trifft ausschliesslich die Basis selbst die Entscheidungen. Jedes
Mitglied kann sich aktiv einbringen und die
Gewerkschaftsarbeit mitbestimmen. Continue reading

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The Future is still unwritten [Aufruf LiZ]

Für den ersten Mai 2014 mobilisiert das libertäre Forum Bonn, wie im vergangenen Jahr, zu einer Demonstration.

Wir wollen in einem eigenen Block auf der Demo lautstark und entschlossen unserer Forderung nach einem vergesellschafteten, öffentlichen Raum, der allen gehört, Nachdruck verleihen. Continue reading

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